Geschichte der Station Wustrow

Historisches Ruderrettungsboot, welches per Pferdegespann zum Strand gezogen wurde.
Historisches Ruderrettungsboot, welches per Pferdegespann zum Strand gezogen wurde.

1847  In Wustrow auf dem Fischland entsteht die erste Seenotrettungsstation im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Die Direction wird dem Navigationsschuldirektor E. F. Schütz von der 1846 gegründeten Navigationsschule in Wustrow übertragen.
 

1863  Neues Peaksches Rettungsboot, 30 Fuß lang, 9 Fuß breit, aus Teakholz gebaut, eiserner Kiel, mit Vorrichtung der Selbstaufrichtung und Selbstentleerung für die Großherzogliche Rettungsanstalt.

 

1866  DGzRS stationiert in Wustrow ein Ruderrettungsboot

(28 Fuß lang, Name: "Dr. Emminghaus") und einen Raketenapparat.

 


 

1867 Neben dem Regierungsboot, das zu schwer ist, wird ein leichtes Ruderrettungsboot mit Transportwagen stationiert, ebenso ein Raketenapparat mit Wagen. Das Boot trägt den Namen DR. A. EMMINGHAUS. Ein Rettungsschuppen ist im Bau.

 

1868-70 Vereinigung/Gemeinschaftliche Nutzung beider Rettungsstationen (der Großherzoglich-Mecklenburgischen und der der DGzRS) unter der Leitung der Gesellschaft. Die Mannschaften werden durch die Navigationsschule gestellt.

 

1872 Fertigstellung des Rettungsschuppens.

1874 Auf der Station sind vorhanden ein 28'-Peake-Boot (acht Riemen) mit Raketenapparat im Rettungsschuppen an der Westseite Wustrows sowie ein 28'-Holzboot (sechs Riemen) mit Raketenapparat im Rettungsschuppen an der alten Düne.

 

1884 Wustrow erhält neues 7,5-Meter-Ruderrettungsboot und Wagen

 

1885 Das Ruderrettungsboot wird nach Poel verlegt. Von Warnemünde kommt ein anderes Boot zur Station.

 

1890 Neubau eines massiven Rettungsschuppens

 

1896 Im Oktober erhält die Station ein neues 7,5-Meter-Ruderrettungsboot mit Namen NAVIGATIONSSCHULDIREKTOR SCHÜTZ.

 

1905 Abermals wird ein neuer Rettungsschuppen gebaut (13,90 Meter lang, 9,70 Meter breit). Er ist noch heute vorhanden und wird genutzt. Der alte Schuppen wird auf Abbruch verkauft.

 

1945 Im Mai wird der Schuppen ausgeplündert. Am 2. Mai findet der Sloman-Dampfer „Malaga“ vor der Insel Poel die NAVIGATIONSSCHULDIREKTOR SCHÜTZ mit 16 Menschen besetzt auf und schleppt sie nach Flensburg. 1946 geben die alliierten Besatzungsbehörden das Boot frei. Es wird nach Maasholm und später nach Bremen gebracht.

 

1947 Im Oktober ist die Station wieder einsatzbereit mit dem Ruderrettungsboot "WUSTROW".

 

1963 Das staatliche Seefahrtsamt der DDR schafft ein Amphibienfahrzeug aus sowjetischer Militärproduktion an.

 

1966 Die Station erhält zusätzlich ein offenes Motorboot vornehmlich für den Einsatz auf dem Bodden.

 

1973 Als Rettungsboot fungiert ein Trimaran (4,5 Meter lang, 2,2 Meter breit, 45-PS-Außenbordmotor). Er wird 1981 verkauft.

 

1975 Das Amphibienfahrzeug wird ausgemustert.

 

1979 Die Station ist mit einem geländegängigen Lkw (IFA W50) und einem Schlauchboot vom Fischerei-Typ MB 37 (2x 20-PS-Außenbordmotor) auf Trailer ausgerüstet.

 

1990 Die DDR schafft das neue Festrumpfschlauchboot "RESCUE 1" an. Zugmaschine "W 50" wird durch einen LKW "L 60" ersetzt.

Am 3. Oktober übernimmt die DGzRS wieder ihre angestammte Station.


1993 Wustrow erhält das neue Seenotrettungsboot BARSCH mit Trailer und Zugmaschine (Unimog). Zur Bootstaufe in Zingst wurden auch die baugleichen Boddenboote HECHT (Station Zinnowitz), BUTT (Station Kühlungsborn) und ZANDER (Station Zingst) in den Dienst gestellt.

 

1995 Die DGzRS überlässt der Gemeinde Wustrow den ehemaligen Bootswagen der Ruderrettungsboote, der seit 1904 in Wustrow steht. Eine Restaurierung durch den Maritimen und Heimatverein e. V. Ostseebad Wustrow ist vorgesehen.

 

2000 Ein restauriertes Ruderrettungsboot wird auf den Bootswagen (neben der Station) gesetzt. Wustrow hat damit die einzige in Ostdeutschland komplette ehemalige Rettungseinheit.

 

2003 10 Jahre ist das Rettungsboot "BARSCH" im Dienst! Das Boot erfüllt in den Händen der Rettungsmänner zuverlässig die gestellten Erwartungen.  

Die Schutzbekleidung der Seenotretter (Überlebensanzüge und Rettungswesten) von damals bis heute. Im Hintergrund: die historische Rettungseinheit "Unser Eiland".
Die Schutzbekleidung der Seenotretter (Überlebensanzüge und Rettungswesten) von damals bis heute. Im Hintergrund: die historische Rettungseinheit "Unser Eiland".
Das moderne Rettungsgespann der Station Wustrow im Frühjahr 2012.
Das moderne Rettungsgespann der Station Wustrow im Frühjahr 2012.

Strandungen im Bereich der Station Wustrow

1852 Preußischer Schoner "CERES", Kapitän Schmock, 7 Personen gerettet.  

1866 Russischer Schoner "CONSTANTIN", Kapitän Segerström, 4 Persoen gerettet.  

1866 Schwedisches Schiff "JOSEPHINE" Kapitän Printz, 6 Personen gerettet.  

1875 Deutscher Schoner "ELLA", Kapitän Albrecht, 4 Besatzungsmitgl. Gerettet.  

1896 Schwedischer Dampfer "THOD", Kapitän Svenson, 12 Mann-Besatzung gerettet.  

1903 Schwedischer Schoner "MARIE", Kapitän Nilson, 5 Mann-Besatzung gerettet.

1906 Schwedischer Dampfer "JULIA", Kapitän Osberg, 10 Mann-Besatzung gerettet.  

1910 Deutscher Schoner "STURMVOGEL", Kapitän Rubarth, 4 Mann-Besatzung gerettet.  

1911 Holländischer Dampfer "PRINZESS JULIANA", Kapitän unbek., gerettete Personen: 6 Strandung Holländischer Dampfer

1922 Dänischer 3-Mast-Schoner "DELOS", Kapitän: unbek., gerettete Pers. unbek.  

1930 Finnischer 3-Mast-Schoner "JANNE", Kapitän unbek., gerettete Mannschaft: 9 Personen.  

1963 Westdeutscher Fischkutter "SK 70" Kiel, Kapitän Paul Much, 3 Mann-Besatzung gerettet.

1965 Dänischer 2-Mast-Schoner "STINNE", Kapitän: Hans-Jörgen Lausten, 3-Mann-Besatzung geborgen.

1967 Dänisches Motorboot zwischen den Buhnen vor Ahrenshoop, Schmuggler, 2 Personen werden durch den Staatssicherdienst abgeschirmt.

1973 Polnische Segeljacht "KARAWELA"; PZ 54, Heimathafen: Szcecin, Kapitän Olgierd Stanilewicz, alle 8 Personen geborgen.  

1979 Westdeutsche Jacht "MOANA"; Rinteln, Schiffsführer Neeff, 3 Personen-Besatzung geborgen.  

1984 DDR-Segel-Jacht "HENRIETTE", Eigner: Werner Gilde, Halle/Saale, 4-Persoen-Besatzung geborgen.

1990 Spüler der Bagger-Bugsier-und Bergungsreederei Rostock "BREITLING" auf dem Strand.



Aufzeichnungen und Bildmaterial stammen u.a. aus dem Archiv von

Günther Weihmann.

(SAR - Search and Rescue)
(SAR - Search and Rescue)

SEENOTLEITUNG (MRCC) BREMEN im Notfall (24 h)


Mobil-Tel.: 124124

(nur an dt. Seeküsten)

 

Funk:

UKW-Kanal 16 und 70 (DSC) über Bremen Rescue Radio (24 h)